Was ältere Menschen glücklich macht: Positive Lebensereignisse und Wohlbefinden im Alter
Killen & Macaskill (2020)
Leitartikel: Positive Ageing: To What Extent Can Current Models of Wellbeing Categorise the Life Events Perceived as Positive by Older Adults
Die Studie untersucht, welche Erlebnisse ältere Menschen als positiv empfinden – und wie gut sich diese Erfahrungen mit bekannten Modellen des Wohlbefindens (hedonisch und eudaimonisch) erklären lassen. 88 ältere Erwachsene in Großbritannien führten zwei Wochen lang Tagebuch und notierten täglich drei positive Ereignisse. Insgesamt wurden über 3.500 Erlebnisse ausgewertet.
Die Ergebnisse zeigen, dass ältere Menschen ein sehr aktives, soziales und selbstbestimmtes Leben führen. Besonders häufig wurden Momente sozialer Verbundenheit, Alltagsfreuden, Naturerlebnisse und das Gefühl von Kompetenz genannt – also etwa, wenn man eine Aufgabe selbst erledigt oder anderen hilft. Viele Erlebnisse ließen sich gut in bestehende Wohlfühlmodelle einordnen, etwa durch positive Emotionen (hedonisches Wohlbefinden) oder persönliche Entwicklung, Sinn und Autonomie (eudaimonisches Wohlbefinden). Zwei neue Kategorien traten jedoch auf: „Achtsamkeit“ und „Lebensbejahung“, also das bewusste Wahrnehmen und Wertschätzen des gegenwärtigen Moments und des eigenen Lebens.
Die Studie zeigt, dass Altern nicht nur mit Verlust, sondern auch mit Wachstum, Sinn und Selbstwirksamkeit verbunden ist. Für Programme zur Förderung von Lebensqualität im Alter bedeutet das: Aktivitäten, die soziale Beziehungen, Selbstständigkeit und Achtsamkeit stärken, können wesentlich zum Wohlbefinden beitragen.
