Wir sind nicht festgelegt: Über die Bedeutung von Neuroplastizität

Autor*in:  | 1. Juni 2026

Boyd, L. (2015)

TED-Talk Lara Boyd: Nach diesem Video wird Ihr Gehirn nicht mehr dasselbe sein

In ihrem TED-Talk berichtet die Forscherin Lara Boyd von einem erstaunlichen Befund aus dem Bereich der Neurowissenschaft: dem Phänomen der Neuroplastizität. Darunter versteht man die Fähigkeit, unsere Gehirnstrukturen langfristig zu verändern.

Die Annahme, dass die Gehirnentwicklung mit Ende der Kindheit abgeschlossen ist, ist längst ein Mythos. Das Gehirn verändert sich ständig in Reaktion auf unser Verhalten bzw. unsere Interaktionen mit der Umwelt.

Interessanterweise verändert sich das Gehirn nicht nur kurzfristig durch chemische Signale, die über Nervenzellen ins Gehirn geleitet werden und dort eine (einmalige) Reaktion auslösen. Unser Gehirn hat auch die Fähigkeit, langfristig seine Netzwerke und Strukturen zu verändern. Das geschieht klassischerweise durch Übung (beispielsweise beim Erlernen eines Instruments) oder sich wiederholende Erfahrungen. Dadurch werden neuronale Verbindungen gestärkt und jene Gehirnareale, die häufig aktiv sind, vernetzen sich miteinander. Das erhöht wiederum die Wahrscheinlichkeit, wieder dieselben Erfahrungen zu machen.

Neuroplastizität bedeutet also ein Anpassen von Gehirnstrukturen an unsere Gewohnheiten und unser typisches Verhalten. Was ist das Besondere daran? Wir können unser Gehirn langfristig nach unseren Wünschen formen. Das gelingt, indem wir bewusst die Verhaltensweisen und Gewohnheiten trainieren, die wir etablieren wollen. Wir können also unser Gehirn und somit uns selbst nachhaltig verändern!

You must be logged in to post a comment.

Zum Kalender