Team- vs. Individualsport: Was ist die Präferenz unserer Psyche?

Pluhar, E. et al (2019)
Team sport athletes may be less likely to suffer anxiety or depression than individual sport athletes.
Die vorliegende Untersuchung veranschaulicht, dass körperliche Aktivität im Kinder- und Jugendalter zwar generell protektiv gegen Angstzustände und Depressionen wirkt, die psychischen Effekte jedoch maßgeblich von der Sportart beeinflusst werden. Jugendliche, die ausschließlich Individualsport betreiben, weisen dabei ein höheres Risiko für diese psychischen Belastungen auf als Teamsportler. Laut der Studie leiden nämlich 13% der Individualsportler und im Vergleich dazu nur 7% der Teamsportler unter Angstzuständen oder Depression.
Dieser Unterschied begründet sich im Wesentlichen durch die psychosoziale Dynamik und die Motivationsstrukturen der beiden Sportlergruppen. Während der Teamsport durch sein stabiles soziales Umfeld emotionale Unterstützung sowie ein Gefühl der Gemeinschaft vermittelt und somit als effektiver Stresspuffer dient, sind Individualsportler bei Wettkämpfen und im Training meist auf sich allein gestellt. Dies führt dazu, dass Misserfolge im Individualsport häufiger rein intern attribuiert werden – die Schuld für ein Versagen wird also allein bei der eigenen Person gesucht, was Gefühle von Scham verstärkt und depressive Symptome begünstigen kann.
Zudem unterscheidet sich die Zielsetzung der Jugendlichen fundamental: Teamsportler partizipieren primär aus Spaß und dem Wunsch nach sozialem Miteinander, wohingegen Individualsportler signifikant häufiger zielorientiert motiviert sind. Ihr starker Fokus auf messbare Ergebnisse, Perfektionismus und die Anerkennung von außen erhöht den psychischen Leistungsdruck und die Versagensangst. Da Individualsportler zudem eher dazu neigen, sich ganzjährig auf eine einzige Sportart zu spezialisieren, fehlen oft ausgleichende Aktivitäten. Aufgrund dieser Faktoren bieten Teamsportarten durch ihre inhärente soziale Komponente und die Förderung einer spaßorientierten Motivation einen ausgeprägteren psychologischen Schutz im Entwicklungsalter als Individualsportarten

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