Smartphones smart entkommen: Sieben kreative Wege zur digitalen Entgiftung

Autor*in:  | 1. November 2023

Hummel, T. (2017)

Leitartikel: Digital Detox: Sieben Tipps zur digitalen Entgiftung.

Weltweit gibt es heute 5,27 Milliarden Mobiltelefone, was 66,9 % der Gesamtbevölkerung entspricht (Boboc et al. 2022). Doch nicht nur Smartphones bestimmen unseren Alltag, auch andere kabellose Geräte, wie Tablets oder Laptops sind kaum mehr wegzudenken.

Soziale Plattformen haben es sich dabei wortwörtlich zum Ziel gemacht, unsere Zeit zu stehlen und den Blick auf das reale Leben zu verschleiern.

Aus dieser Erkenntnis heraus entwickelte sich eine Gegenbewegung mit dem Namen „Digital Detox“, also „digitale Entgiftung“. In diesen Zeiten zunehmender Digitalisierung und dem weit verbreiteten Gefühl von Stress und Ruhelosigkeit entwickelt sich bei vielen Menschen das Bedürfnis, den Rückwärtsgang einzulegen und wieder häufiger analog zu sein.

Neben „Digital-Detox-Urlaubsangeboten“, also dem Urlaub ohne Smartphone, ist es hierfür wichtig, grundlegend seine Gewohnheiten zu ändern und den Reflex nach dem Handy-Griff aktiv zu unterdrücken. In diesem Artikel werden sieben verschiedene Tipps beschrieben, wie dies einfacher gelingt.

1) Dienste auslagern:
Ein einfacher Wecker kann genutzt werden, um das Display vor dem Schlafen zu vermeiden. Separate Geräte wie Armbanduhren, Taschenlampen und Landkarten sind weitere Möglichkeiten, um die Bildschirmzeit zu verkürzen.

2) Weniger Apps, mehr Browser:
Push-Nachrichten können deaktiviert oder Apps deinstalliert werden, um den Druck, bei Benachrichtigungen ständig auf das Handy zu schauen zu reduzieren. Stattdessen können viele Angebote auch im einfach im Internet recherchiert werden.

3) Digital-Detox-Apps:
Auch Apps wie „Quality Time“, „Menthal“ oder „Offtime“ können paradoxerweise dabei behilflich sein, die eigene digitale Abhängigkeit besser zu reflektieren. Sie zeichnen die Nutzungsdauer auf und fördern so die Selbsterkenntnis – als ersten Schritt zur digitalen Entgiftung.

4) Soziale Normen ansprechen:
Die ständige Erreichbarkeit hat den großen Nachteil, dass oft das Gefühl besteht, sofort auf alle Mails und SMS antworten zu müssen. Es ist daher eine weitere Möglichkeit, diesen Instant-Antwort-Zwang einfach mal zu ignorieren und erst dann zu antworten, wenn man genügend Kapazitäten hierfür hat. Meist stellt man hier fest, dass gar keine negativen Folgen eintreten und falls doch Beschwerden kommen sollten, kann ein freundliches mündliches Gespräch die Wogen sicher schnell glätten – dieses soziale Druckgefühl ist nämlich den meisten selbst bekannt.

5) Smartphone-freie Zeit:
Das Erlauben bewusster Pausen ohne Smartphone ist weiterhin eine effiziente Detox-Variante, um so zu erkennen, dass die Welt sich weiterdreht, selbst wenn das Gerät nicht griffbereit ist.

6) Smartphone-freie Räume:
Um die Smartphone-Pausen zu erleichtern, ist es hilfreich, bestimmte Zonen zu schaffen, wie beispielsweise das Schlafzimmer oder den Esstisch, wo striktes Handy-Verbot gilt. Besonders wichtig ist dies auch als Vorbildfunktion für Kinder.

7) Flugmodus, Ausschalten:
Ebenfalls erleichtert der Flugmodus den Detox-Prozess, da dieser die Internetverbindung unterbricht und somit verhindert, auf Benachrichtigungen sofort reagieren zu wollen. Gelegentlich sollte das Smartphone auch komplett ausgeschaltet werden, um so eine Hürde für den Gebrauch zu schaffen.

Ziel der digitalen Entgiftung sollte es natürlich nicht sein, gänzlich auf digitale Medien zu verzichten. Es ist jedoch wichtig, die Kontrolle über den Konsum zu behalten, um die Nutzung so zu regulieren, dass sie uns nicht unglücklich macht.

 

 

Boboc, R., Voinea, G., Buzdugan, I. & Antonya, C. (2022). Talking on the Phone While Driving: A Literature Review on Driving Simulator Studies. International Journal of Environmental Research and Public Health, 19(10554). 1-27. https://doi.org/10.3390/ijerph191710554

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