Warum Zeit im Freien unserem Schlaf guttun könnte

Autor*in:  | 19. Oktober 2026

Wood, L. A. et al. (2021)

Ein Spaziergang am Abend, ein Nachmittag im Park oder einfach ein paar Stunden an der frischen Luft – viele Menschen haben das Gefühl, danach besser schlafen zu können. Eine Studie von Wood und ihrem Forschungsteam untersuchte, ob sich dieser Zusammenhang auch in den Daten erkennen lässt.

Dafür befragten die Forschenden mehr als 700 Erwachsene zwischen 25 und 70 Jahren. Die Teilnehmenden gaben an, wie viele Stunden sie pro Woche im Freien verbrachten. Zusätzlich wurden sie gefragt, ob sie in den vergangenen zwei Wochen Probleme beim Einschlafen, Durchschlafen oder mit zu viel Schlaf gehabt hatten.

Wie viel Zeit draußen ist hilfreich?

Die Ergebnisse zeigten ein interessantes Muster: Menschen, die bis zu zwölf Stunden pro Woche draußen verbrachten, berichteten etwas häufiger von einem normalen Schlaf als Personen, die höchstens vier Stunden im Freien waren. Noch mehr Zeit draußen ging allerdings nicht mit einem zusätzlichen Vorteil einher.

Eine mögliche Erklärung könnte darin liegen, dass Aufenthalte im Freien häufig mit Tageslicht, Bewegung und Erholung verbunden sind. Diese Faktoren können den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus unterstützen. Die Studie selbst untersuchte diese möglichen Erklärungen jedoch nicht genauer.

Neben der Zeit im Freien spielten auch körperliches und psychisches Wohlbefinden eine Rolle. Menschen mit weniger Schmerzen berichteten häufiger von normalem Schlaf. Stärkere depressive Beschwerden waren dagegen mit häufigeren Schlafproblemen verbunden. Das verdeutlicht, wie eng Schlaf, körperliches Befinden und psychische Gesundheit zusammenhängen können.

Was lässt sich daraus mitnehmen?

Die Ergebnisse liefern einen ersten Hinweis darauf, dass regelmäßig verbrachte Zeit im Freien mit einem günstigeren Schlaf zusammenhängen könnte. Entscheidend scheint dabei nicht unbedingt zu sein, möglichst viele Stunden draußen zu verbringen. Bereits eine moderate Zeit könnte eine Rolle spielen.

Die Ergebnisse sollten allerdings vorsichtig eingeordnet werden: Der beobachtete Zusammenhang war statistisch nicht eindeutig. Außerdem beruhten die Angaben auf Selbstauskünften, und es wurde nicht unterschieden, ob die Teilnehmenden spazieren gingen, Sport machten, im Grünen saßen oder draußen arbeiteten. Daher lässt sich noch nicht sicher sagen, ob die Zeit im Freien selbst den Schlaf verbessert.

Ein bisschen frische Luft ist somit kein garantiertes Schlafmittel. Sie könnte aber ein wohltuender Teil eines Alltags sein, der Körper und Gedanken am Abend leichter zur Ruhe kommen lässt.

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