Meer für die Psyche

Autor*in:  | 30. Juli 2026

Garrett, J. K. et al. (2019)

Meer für die Psyche: Was das Meer mit unserer Psyche macht

Das Meer hat für viele Menschen etwas Beruhigendes. Schon der Blick auf die Wellen, das Hören des Wassers oder ein Spaziergang am Ufer kann das Gefühl geben, kurz durchatmen zu können.

Auch die Forschung zeigt, dass Küstennähe mit psychischem Wohlbefinden zusammenhängen kann. Eine Studie aus England hat dazu Erwachsene untersucht, die in Städten leben. Die Forscher wollten wissen, ob Menschen in Küstennähe – speziell in einem Abstand von unter einem bis fünf Kilometern – seltener von psychischen Belastungen berichten als Personen im Landesinneren. Dabei ging es nicht nur um die Lage am Wasser an sich, sondern auch darum, ob sich dieser Zusammenhang je nach Haushaltseinkommen unterscheidet.

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass Menschen, die in Küstennähe leben, im Durchschnitt häufiger von besserer psychischer Gesundheit berichten als Menschen im Inland. Dieser Zusammenhang war jedoch nicht bei allen Gruppen gleich stark. Besonders deutlich zeigte er sich bei Menschen mit niedrigerem Haushaltseinkommen. Für sie war die Nähe zur Küste mit besserer psychischer Gesundheit verbunden als für Menschen, die weiter vom Meer entfernt leben.

Wichtig ist dabei eine genaue Einordnung: Die Studie zeigt einen Zusammenhang, aber keinen direkten Beweis dafür, dass Küstennähe psychische Probleme verursacht oder heilt. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, also um eine Untersuchung, die Zusammenhänge beschreibt, aber keine eindeutigen Ursachen nachweisen kann. Deshalb ist es wissenschaftlich sauber, von einer Assoziation zu sprechen und nicht von einer Wirkung im engen Sinn.

Die Autor:innen diskutieren außerdem, dass Küstenräume möglicherweise eine Rolle dabei spielen können, gesundheitliche Ungleichheiten zu verringern. Ob das Meer selbst dabei eine besondere Wirkung hat oder ob auch andere Faktoren mit hineinspielen, lässt sich aus dieser Studie allein nicht endgültig beantworten. Denkbar sind etwa mehr Bewegung, Erholung im Freien oder allgemein ein Umfeld, das Entlastung erleichtert. Solche Erklärungen sind plausibel, werden durch diese Studie aber nicht direkt bewiesen.

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