Wie Dankbarkeit vor Depression schützt: Die Rolle positiver Gedankenmuster
Alkozei et. al (2019)
Leitartikel: The Mediating Role of Interpretation Bias on the Relationship Between Trait Gratitude and Depressive Symptoms
Diese Studie untersucht, warum dankbare Menschen seltener depressive Symptome zeigen. Die Forschenden vermuteten, dass Dankbarkeit mit einer positiveren Denkweise einhergeht – also mit der Tendenz, Situationen und Ereignisse freundlicher oder hoffnungsvoller zu interpretieren.
Die Proband:innen füllten Fragebögen zur Dankbarkeit, zu depressiven Symptomen und zu ihrer Denkweise aus. Dabei ging es insbesondere darum, ob sie mehr positive oder negative Deutungen für unklare Alltagssituationen finden (Interpretationsbias).
Das Ergebnis: Personen mit einer ausgeprägten Dankbarkeit neigten dazu, mehr positive Interpretationen zu wählen. Diese positive Denkweise erklärte teilweise, warum sie auch weniger depressive Symptome berichteten. Dankbarkeit scheint also das emotionale Wohlbefinden dadurch zu stärken, dass sie die Wahrnehmung der Welt „freundlicher“ färbt.
Die Forschenden folgern, dass Dankbarkeitsübungen – wie das regelmäßige Notieren von Dingen, für die man dankbar ist – nicht nur kurzfristig gute Gefühle auslösen, sondern langfristig auch das Denken verändern können. Dadurch könnte Dankbarkeit eine wirksame, leicht zugängliche Ergänzung in der Prävention und Behandlung von Depressionen sein.
