Haustiere für unser Wohlbefinden?

Autor*in:  | 4. August 2026

Brooks, H. L. et al. (2018)

Haustiere für unser Wohlbefinden?

Ein Tier, das an der Tür wartet oder sich dazulegt, wenn es einem schlecht geht: Für viele Menschen sind Haustiere weit mehr als bloße Mitbewohner. Sie schenken Nähe, bringen Struktur in den Alltag und vermitteln das Gefühl, gebraucht zu werden.

Brooks et al. fassten Studien zusammen, die sich mit der Bedeutung eigener Haustiere für Menschen mit psychischen Erkrankungen beschäftigten. Im Mittelpunkt stand das alltägliche Zusammenleben mit einem Tier – nicht dessen gezielter Einsatz in einer Therapie.

Trost und emotionale Nähe

Viele Betroffene beschrieben ihr Haustier als verlässliche Quelle von Trost und Gesellschaft. Manche konnten ihrem Tier Gedanken und Gefühle anvertrauen, über die sie mit anderen Menschen nur schwer sprachen. Körperliche Nähe, etwa das Streicheln eines Hundes oder das Kuscheln mit einer Katze, wurde als beruhigend erlebt und konnte Gefühle von Einsamkeit lindern.

Besonders in Krisenzeiten empfanden viele die beständige und nicht wertende Anwesenheit ihres Tieres als hilfreich. Einige hatten zudem den Eindruck, dass ihr Tier bemerkte, wenn es ihnen schlecht ging, und von sich aus Nähe suchte.

Struktur und Lebenssinn

Die Versorgung eines Haustieres kann dem Alltag Struktur geben und einen Grund schaffen, aktiv zu werden. Die Beschäftigung mit dem Tier half manchen Menschen außerdem, ihre Aufmerksamkeit zeitweise von belastenden Gedanken oder psychischen Symptomen wegzulenken. Spaziergänge mit einem Hund förderten zusätzlich Bewegung und soziale Kontakte.

Die Verantwortung für ein Tier konnte auch das Gefühl stärken, gebraucht zu werden. Erfolgreich für ein anderes Lebewesen zu sorgen, vermittelte manchen Betroffenen Sinn, Selbstvertrauen und ein positiveres Bild von sich selbst.

Nicht nur positive Seiten

Ein Haustier kann auch zur Belastung werden. Kosten, tägliche Verantwortung oder schwieriges Verhalten des Tieres können überfordern. Auch der Verlust eines geliebten Tieres kann großen psychischen Schmerz verursachen. Deshalb sollte ein Haustier immer zur jeweiligen Person und ihrer Lebenssituation passen.

Was lässt sich daraus schließen?

Haustiere können für Menschen mit psychischen Erkrankungen eine wertvolle Quelle von Nähe, Struktur und Sinn sein. Die wissenschaftlichen Ergebnisse waren jedoch nicht eindeutig: Persönliche Erfahrungsberichte beschrieben häufig Vorteile, während Untersuchungen mit messbaren psychischen Ergebnissen zu gemischten Befunden kamen.

Die Arbeit beweist daher nicht, dass Haustierhaltung grundsätzlich die psychische Gesundheit verbessert. Sie macht aber sichtbar, dass viele Betroffene die Beziehung zu ihrem Tier als wertvolle Unterstützung im Umgang mit ihrer psychischen Erkrankung erlebten.

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